Tinnitus 2018-02-25T22:46:37+00:00

Tinnitus

Tinnitus aurium und die Therapie- Optionen

Allein in Deutschland leiden rund 4 Millionen Menschen an Tinnitus – die häufigste Ursache ist Stress. Vielversprechende Tinnitus-Therapien dauern heute 12-24 Monate und erfordern viel Zeit und Disziplin von den Betroffenen.

Definition

Als Tinnitus wird ganz allgemein ein Ohrgeräusch bezeichnet.
In den allermeisten Fällen ist der Tinnitus für Außenstehende nicht wahrnehmbar, man spricht in diesem Fall von einem subjektiven Tinnitus. Sehr selten ist eine Geräuschquelle als Ursache des Ohrgeräusches identifizierbar, z.B. als Strömungsgeräusch von Blutgefäßen. Hier spricht man von einem objektiven Tinnitus.

Ist das Ohrgeräusch für weniger als 3 Monate vorhanden, spricht man von einem akuten Geschehen. Hier ist die Spontanheilung relativ hoch. Bleibt das Geräusch für mehr als drei Monate bestehen, wird das Ohrgeräusch chronisch und ein spontaner Rückgang immer unwahrscheinlicher.

Diagnostik

Zu Beginn der Diagnostik steht die ausführliche HNO- ärztliche Diagnostik inkl. verschiedener Untersuchungen des Innenohres. Ziel dieser Untersuchungen ist es, organische Ursachen für das Ohrgeräusch auszuschließen.

Therapie

Hier stehen viele verschiedene Therapieformen zur Verfügung. Diese unterscheiden sich nicht nur in der Art der Therapie, auch die Ansätze können sich stark voneinander unterscheiden. Nahezu alle Behandlungen haben als Zielsetzung, das Ohrgeräusch entweder in der Lautstärke oder der Wahrnehmung soweit zu reduzieren, dass er vom Betroffenen nicht mehr als störend empfunden wird.

Bei einem akuten Tinnitus hat es sich bewährt, eine medikamentöse Therapie zu beginnen. Hier kommen v.a. gefäßerweiternde Mittel und entzündungshemmende Substanzen (z.B. Cortison) zum Einsatz. Ist er bereits chronifiziert, also länger als 3 Monate bestehend, so hat ein medikamentöser Ansatz nur wenig Erfolg auf Linderung. Hier ist es erfolgsversprechender, eine Bewältigungsstrategie anzuwenden um die (bewußte oder unbewußte) Fokussierung auf das Geräusch im Ohr zu minimieren.

Gute Erfolge hierbei erzielt das SEIYO Anti-Tinnitus-Programm. Die Behandlung mit diesem System dauert insgesamt nur 12 Wochen und lässt sich optimal in den Alltag integrieren. Die Wirkung entspricht einer neuronalen Reprogrammierung: Der Tinnitus wird depriorisiert, also einfach ausgeblendet. Die Belastung durch den Tinnitus lässt nach oder verschwindet ganz.

Das Prinzip: Durch eine „neuronale Reprogrammierung“ des Störgeräusches wird im Gehirn das störende Piepsen depriorisiert, also einfach ausgeblendet. Die Belastung durch den Tinnitus läßt nach oder verschwindet ganz.

Der Ablauf

Anti-Tinnitus Programm – Wirksames Training gegen das Störgeräusch

Wenn zu einem Ohrgeräusch (Phantomgeräusch) Stress hinzukommt, kann daraus eine dauerhafte Belastung, der so genannte Tinnitus, entstehen.

Zu Beginn der Therapie erfolgt die einmalige SEIYO Wohlklangpunktermittlung: Dies ist der Höreindruck, der individuell als am angenehmsten empfunden wird. Dies ist der Startpunkt für eine erfolgreiche Therapie. Auf Grund dieses Höreindruckes werden die SEIYO Audio-Impuls Trainer individuell programmiert, sie bekommen nach einer Geräteeinweisung die Geräte mit nach Hause und die Therapie kann beginnen.

Diese wird Im Idealfall als letzte Handlung des Tages durchgeführt und beginnt mit dem Einsetzen der SEIYO Audio-Impuls Trainer und 90 Minuten aktivem Zuhören (Audio-Impuls Training). Direkt im Anschluß wird sich mit den SEIYO Audio-Impuls Trainern in die Ruhephase begeben. Hierbei sollten sie sich ausruhen, lesen, etc. In dieser Phase erfolgt die 30-minütige akustische Depriorisierung des Tinnitus durch leises Rauschen in den SEIYO Audio-Impuls Trainern.

Der tägliche Zeitbedarf beträgt 2h und kann sinnvoll in den Alltag eingegliedert werden. Die Belastung durch den Tinnitus lässt nach oder verschwindet ganz.

Kosten

Für gesetzlich Versicherte besteht seitens der Versicherung keine Deckung für diese Therapie.
Auf Selbstzahlerbasis ist aber eine Behandlung jederzeit möglich.

Privat Versicherte können die Rechnungen, die selbstverständlich in jedem Falle nach GOÄ gestellt werden, bei ihrer Kasse einreichen und bekommen in der Regel mindestens einen Teilbetrag erstattet.

Die Kosten sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und können nicht pauschalisiert werden. In der Regel liegen diese für die gesamte Therapie zwischen 600-800€.

Gern informieren wir Sie in einem persönlichen Gespräch über den in ihrem Falle zu erwartenden Kostenrahmen.

Was passiert beim Hören?

Tinnitus wird im Allgemeinen als Ohrgeräusch bezeichnet. Doch woher kommt das Geräusch? Wenn es von außen käme, würden es ja auch andere hören. Wenn aber externe Schallquellen ausscheiden, wo entsteht das „Geräusch“ dann?

Gibt es das Geräusch tatsächlich oder gibt es gar kein Geräusch, sondern ist es nur eine Einbildung?

Da alle Krankheiten, die mit dem Gehör verbunden sind, Tinnitus verursachen können, sind Grundkenntnisse über den Aufbau des Hörorgans und die Entstehung des Höreindruckes sehr hilfreich. Was passiert beim Hören?

Wie werden Schallwellen im Ohr weitergeleitet und in elektrische Informationen umgewandelt, die dann im Gehirn zur Hörwahrnehmung führen?

Höreindrücke beeinflussen direkt unsere Gefühlswelt. Gerade Musik kann positive und negative Gefühle, Erinnerungen und Stimmungen hervorrufen. Aber es kann auch zur Verzweiflung führen, wie z.B. beim Tinnitus, dem ungeliebten Ohrgeräusch. Hören kann man nicht abschalten, gewissermassen bleiben die Ohren immer „auf Empfang“. Dies gilt auch für den Tinnitus.

Das Mittelohr als Entstehungsort

Im Mittelohr, unmittelbar hinter dem Trommelfell, befinden sich die Gehörknöchelchen, der Hammer, der Amboß und der Steigbügel. Ihre Stellung wird durch Muskeln reguliert, deren Aufgabe der Schutz des Mittelohres vor zu starken Schallpegeln ist. Ist es zu laut, kann man gelegentlich ein „Klacken“ hören. In diesem Fall spricht man von einem objektiven Tinnitus, da hier eine nachweisbare Schallquelle vorhanden ist.

Ebenso kann es bei einer Verlegung der Ohrtrompete zu Störungen des Druckausgleiches kommen und ein Tinnitus entsteht.

Das Innenohr als Entstehungsort

Im Innenohr mit dem Hör- und dem Gleichgewichtsorgan wird der akustische Schall in elektrische Impulse umgewandelt, die dann durch die Nerven an das Gehirn gesendet werden.

Diese Aufgabe wird von ca 50.000 Haarzellen übernommen, die durch die Schallwellen im flüssigkeitsgefüllten Raum bewegt werden. Am Beginn der Hörschnecke findet man die Haarzellen für die hohen Töne und erst ganz am Ende die zuständigen Haarzellen für die tiefen Töne. Da die Haarzellen, die die hohen Frequenzen in elektrische Impulse umsetzen, ganz zu Beginn stehen, sind diese auch weitaus häufiger von Lärmschädigungen betroffen.

Fehlt die Erregung einer Haarzelle, wird der Tinnitus als eine Art „Ersatzton“ produziert. Dies ist ein typischer Entstehungsmodus für akuten Tinnitus.

Zentrale Entstehungsorte

Gelegentlich kommt es zu einem bleibenden Ohrgeräusch, auch wenn die Ursache dafür schon längst behoben ist. In diesem Falle spricht man von einem chronischen Tinnitus.

Um dies zu verstehen, muss man die Anatomie der Hörbahn kennen: Sie führt direkt durch das Stammhirn hindurch. Dies ist einer der ältesten Teile des Gehirns und zuständig für die Regulierung von Atmung und Herzschlag für Stress- oder Ruhemomente – vom Steinzeitmensch bis zum modernen Schnäppchenjäger.

Kommt in diesem Teil des Gehirns ein Alarmsignal an, so werden Stresshormone ausgeschüttet. ein Daueralarmton wie Tinnitus kann Dauerstress auslösen. Dauerstress wiederum kann den Tinnitus verstärken.

Das bewusste Hören findet erst in der Hörrinde statt. Fixiert sich eine betroffene Perrson auf das Ohrgeräusch, kann der Tinnitus chronisch werden. Dieser Lernprozess ist sehr ungünstig und kann dazu führen, dass der Tinnitus nur noch im Gehirn stattfindet- allerdings ist dies kein eingebildeter Ton, sondern eine tatsächliche Stimulation in der Hörrinde. Dann hat der Tinnitus ein scheinbares Eigenleben entwickelt.

Auch ist das Hörzentrum eng mit dem limbischen System als Zentrum für Gefühle im Gehirn ieng verknüpft. Es spricht gefühlvoll auf Musik an – und es fixiert den Betroffenen weiter auf seine negative Reaktion gegenüber dem Tinnitus, was zu Depression oder Angsterkrankung führen kann.

Aus diesen Gründen hängen Krankheitsverlauf und Krankheitsdauer bei Tinnitus nicht von einer Erkrankung des Gehörs ab, sondern von der Schwäche oder Fähigkeit im eigenen Gehirn, das Alarmsignal zu verstärken oder zu ignorieren.

Das Wichtigste bei einem chronischen Tinnitus ist es also, ihm nicht eine Wertigkeit zu geben, der diesem nicht zusteht. Auf dieser Grundlage basieren die Therapieansätze, die wir hier praktizieren und mit unseren Patienten anwenden.